Bergwacht-Bilanz: Immer mehr Einsätze | BERGSTEIGER Magazin

Bergwacht-Bilanz: Immer mehr Einsätze

50 Einsätze mehr als im Vorjahr: So lautet die Bilanz der Bergwacht Bayern mit Blick auf die zurückliegende Sommersaison. Auch die Zahl derer, die sich unverletzt retten lassen mussten, ging nach oben.
 
Im schwierigen Gelände muss mit der Gebirgstrage gearbeitet werden. © T. Vogg / BW Grainau
2021 gab es besonders viele Einsätze für die Bergwacht.
Die Ehrenamtlichen mussten im vergangenen Sommer insgesamt 3650-mal ausrücken. Im Jahr 2017 lag die Zahl der Einsätze noch bei 2836, seither entwickelte sie sich kontinuierlich nach oben. Der Sprung von 2020 auf 2021 ist aber der seither höchste. Auch bei den Todesfällen gab es einen Anstieg, von 63 im Jahr 2020 auf 85 im vergangenen Jahr.
 

Immer mehr Menschen in den Bergen unterwegs

Roland Ampenberger, Sprecher der Bergwacht Bayern, führt auf Bergsteiger-Anfrage diesen Anstieg darauf zurück, dass insgesamt mehr Menschen in die Berge gehen. Dies habe zwar auch schon für den ersten Corona-Sommer 2020 gegolten, insgesamt hätten hier aber noch mehr Unsicherheiten und Zurückhaltung geherrscht. Jene, die in diesem Sommer das Berggehen entdeckt hätten, seien aber dabei geblieben und im Folgesommer umso häufiger in die Berge gefahren. "Das gilt ganz besonders für die Bayerischen Alpen, wo Millionen Menschen im nahen Einzugsgebiet leben."
 

Meiste Einsätze bei Bergsteigen und Mountainbiken

Bei den Aktivitäten im Zuständigkeitsgebiet der Bergwacht Bayern stehen Bergsteigen und Mountainbiken auf den ersten Rängen. Rund 75 % der Gesamteinsätze der Bergwacht fanden im Kontext dieser Sportarten statt. In Summe waren es 2747 Einsätze. Mit großem Abstand folgen dann die Betätigungsfelder Klettersteiggehen mit 60 Einsätzen, Klettern mit 89 Einsätzen und anschließend die Aktivitäten im Flugsport (Gleitschirm, Drachenfliegerei) mit insgesamt 108 Einsätzen

Schwerpunkt der Einsätze war der Monat September mit anhaltend gutem Wetter. Der absolute Spitzentag war allerdings der 3. Oktober mit 66 Einsätzen, die – wie auch insgesamt – primär bei den Aktivitäten Wandern/Bergsteigen und Mountainbiken anfielen. Für die Einsatzzahlen in der Sommersaison werden alle Einsätze zwischen dem 1. Mai und dem 31. Oktober erfasst.

 

Wohl auch Sommer 2022 wieder viele Einsätze

Auch die Anzahl der Einsätze für unverletzte Personen ist leicht gestiegen, von 413 (2020) auf 468 (2021), das sind rund 13 Prozent aller Einsätze. "Der einfache Zugang zu den bayerischen Bergen führt immer wieder zu Fehleinschätzungen", schlussfolgert Ampenberger gegenüber dem Bergsteiger. Während man eine Laufrunde im Park jederzeit beenden könne, sei das in den Bergen eben nicht so einfach. Auch für den kommenden Sommer geht Ampenberger von einem hohen Einsatzaufkommen aus.


Die Bergwacht transportiert zwei Kletterer ins Tal, die in der Route Grazie am Höllentorkopf über 30m durch eine steile Rinne abgestürzt sind. Foto: Bergwacht Grainau


 

bw