Expedition 2011: Tag 36 - Am Ziel
Von Sospel zum Ziel, dem Mittelmeer: Die Nacht warm sehr warm und schwül und der Campingplatz neben einer Straße. Ich konnte kaum schlafen. Zunächst sind wir recht zügig durch Sospel zum Startpunkt des Wanderweges gelaufen: dem GR 52.
Es war noch immer schwülwarm, und wir entschieden, dass Mira nach der gestrigen anstrengenden Tour beim Auto bleiben sollte. Ich schätzte, dass wir beim Abstieg auf der Südseite in der vollen Sonne gehen würden. Shira hat schon Probleme bei großer Hitze, doch Mira ist mit ihrem schwarzen Fell noch empfindlicher.
Heute ist der letzte Wandertag dieser Expedition. Es ging 600m hoch bis auf 1000m Höhe. Die Hoffnung ist groß, von oben das Meer zu sehen. Doch leider standen wir droben im Nebel und konnten gar nichts sehen. Nach einer Pause ging es weiter, erst runter, dann wieder hoch und dann wieder runter auf 800m. Während einer Pause begann es zu regnen. Das Meer war nicht zu sehen. Doch nach dem Regen und der nächsten Kurve präsentierte sich der Himmel halbwegs klar und wir konnten direkt auf die Häuser und den Hafen von Menton schauen. Endlich sind wir da, nach fünf Wochen Expedition. Jetzt nur noch absteigen und ins Wasser! So dachten wir. Doch oweh, nochmals hoch auf 1150m und wieder runter auf 700m. Eigentlich möchte ich ja bei Grimaldi auf der italienischen Seite absteigen. Die französische Wanderkarte zeigt aber nur die Wanderwege in Frankreich. Auf italienischer Seite konnte ich nur einen Pfad erkennen, der aber schneller zum Ziel führen sollte. Also über den Grenzkamm, dass war einfach, rüber nach Italien und runter. Tja, leider verlor sich der Weg auf italienischer Seite in alten überwucherten Pfaden, einzelnen verfallenen Steinhäusern, unpassierbaren Dornen und Gestrüpp. Es war jetzt richtig schwül und schon 17 Uhr. Um weitere Verirrungen zu vermeiden, entschied ich, alles wieder zurückzugehen auf den GR52 und nach Menton abzusteigen. Martin sollte dann unten am Hafen auf uns warten. Das tat er: mit kalten Getränken und Melonen mitten auf dem Grünstreifen zwischen den Straßen und der Küste. Dann ging es ab ins Mittelmeer. Alle tauchten wir ins Wasser und feierten so das Ende und die erfolgreiche zweite Etappe der Alpenexpedition – natürlich zusätzlich mit einem späteren Abendessen auf dem Campingplatz in Ventimgilia.
Der letzte Tag hatte es wieder in sich, mit Hitze, Regen, Schwüle, unpassierbaren Wegen und sehr viel Schweiß und Kraftanstrengung. Es hat sich aber gelohnt. Sobald ich wieder zuhause bin, werde ich eine Zusammenfassung meiner Eindrücke in Bezug auf Wolf, Luchs und Bär schreiben und hier ins Tagebuch posten. es noch ein schweißtreibener Weg.
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